Brigittes Podcast – Registrierkassenpflicht und „Geld oder Leben“

Registrierkassenpflicht und „Geld oder Leben“

Brigitte Zahrl

Brigitte Zahrl

Registrierkasse und Geld oder Leben – Brigittes Podcast Nr1

Steuerberater und Autor Mag. Gernot Benesch gibt wichtige Informationen über die neue Registrierkassenpflicht und erzählt über sein neues und unterhaltsames wirtschaftskritisches Buch „Geld oder Leben“.

Das Karmische Netzwerk International ist Treffpunkt für zahlreiche ExpertInnen, die gerne ihr Wissen mit anderen Selbstständigen und UnternehmerInnen teilen. Heute, in der ersten Ausgabe von Brigittes Podcast, ist Mag. Gernot Benesch, Steuerberater in Krems zu Gast. Er beantwortet uns die FAQs zur Registrierkassenpflicht. Außerdem erzählt er uns über sein spannendes Buch „Geld oder Leben“ mit dem er Kritik am herrschenden Wirtschaftssystem übt und auch Lösungsmöglichkeiten für ein besseres Wirtschaften bietet.

Wieso brauchen wir eine Registrierkasse?

Zur Bekämpfung von Schwarzumsätzen und zur Hintanhaltung von Abgabenverkürzungen, zur Herstellung von Wettbewerbsgleichheit zwischen den UnternehmerInnen.

Was versteht man unter der Registrierkassenpflicht?

Das ist die Verpflichtung, alle Bareinnahmen zu Zweck der Losungsermittlung mit elektronischer Registrierkasse, Kassensystem oder sonstigem elektronischem Aufzeichnungssystem einzeln zu erfassen.

Was ist eine Registrierkasse?

Ein elektronisches Aufzeichnungssystem, das zur Losungsermittlung und zur Dokumentation einzelner Bareinnahmen eingesetzt wird. Als Registrierkasse können auch serverbasierte Aufzeichnungssysteme, Waagen und Taxameter mit Kassenfunktionen dienen.

Für wen gilt die Registrierkassenpflicht?

Für UnternehmerInnen, die betriebliche Einkünfte erzielen, ab einem Jahresumsatz von 15.000€ je Betrieb, sofern die Barumsätze 7.500€ je Betrieb im Jahr überschreiten.

Beispiele: ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, RechtsanwältInnen, NotarInnen, Land- und ForstwirtInnen, Apotheke, Lebensmittel- und Buchhandel, Gastronomie- und Hotelbetriebe u.a.

Wann fällt die Registrierkassenpflicht weg, wenn die Umsatzgrenzen unterschritten werden?

Werden die Umsatzgrenzen in einem Folgejahr nicht überschritten und ist absehbar, dass die Grenzen auch künftig nicht überschritten werden, so fällt die Registrierkassenpflicht mit Beginn des nächstfolgenden Kalenderjahres weg.

Gibt es jetzt schon Sanktionen, wenn ich meine Kasse noch nicht aufgerüstet bzw noch keine Registrierkasse angeschafft habe?

Es werden von 1.1.2016 bis 31.3.2016 von den Abgabenbehörden und deren Organe kei­ne finanzstrafrechtlichen Verfolgungen und Bestrafungen bei bloßer Nichterfüllung der Registrierkassen- und Be­legerteilungspflicht gesetzt.

Bis zum 30.6.2016 werden von den Abga­benbehörden und deren Organen bei bloßer Nichterfüllung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht keine finanzstraf­rechtlichen Verfolgungen und Bestrafungen gesetzt, wenn der oder die Betroffenen be­sondere Gründe für die Nichterfüllung dieser Pflichten glaubhaft machen können (zB. die Anschaffung einer Registrierkasse war auf­grund von Nichteinhaltung der Lieferfristen durch die Kassenhersteller nicht möglich oder die Installation der notwendigen Soft­ware für die elektronische Festhaltung der Umsätze war mangels notwendiger fachli­cher Beratung durch den IT-Servicefachmann nicht rechtzeitig möglich oder die erforderli­che Einschulung des Unternehmers und sei­ner Erfüllungsgehilfen war nicht zeitgerecht durchführbar).

Welche Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht gibt es?

Der Bundesminister für Finanzen lässt für gewisse Unternehmergruppen bzw. Umsatzarten Ausnahmen und Erleichterungen bei der Einzelaufzeichnungspflicht, der Verwendung eines elektronischen Aufzeichnungssystems und der Belegerteilungsverpflichtung zu.

Diese Fälle sind:

  • für Umsätze bis zu einem Jahresumsatz von € 30.000,– je Betrieb oder wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, die von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten, jedoch nicht in oder in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten ausgeführt werden (Kalte-Händeregelung) ist keine Kassen- und Belegerteilungspflicht vorgesehen, ebenso
  • für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe von abgabenrechtlich begünstigten Körperschaften (zB Feuerwehrfeste) und
  • für bestimmte Warenausgabe- und Dienstleistungsautomaten.

Nur von der Registrierkassenpflicht befreit (dennoch Belegerteilungspflicht!)sind Betriebe, bei denen keine Gegenleistung durch Bezahlung mit Bargeld erfolgt. Diese Ausnahme betrifft die sogenannten Webshops.

Erleichterungen hinsichtlich der zeitlichen Erfassung der Bareinnahmen in die Registrierkasse gibt es für „mobilen Gruppen“.

Mit welchen Kosten für die Registrierkasse sind zu rechnen?

Die Kosten für die Anschaffung bzw. Umrüstung einer „einfachen“ Registrierkasse mit entsprechendem Sicherheitssystem werden voraussichtlich € 400,– bis € 1.000,– betragen.

Es besteht auch die Möglichkeit auf vorhandenen Geräten (zB Laptops, PC) eine geeignete Kassensoftware zu installieren und einen Drucker anzuschließen um der Kassenpflicht zu entsprechen.

Wie sind durchlaufende Posten zu behandeln?

Durchlaufende Posten (Vereinnahmung im fremden Namen auf fremde Rechnung) zählen nicht zum Barumsatz und sind daher bei der Beurteilung der Grenzen für die Registrierkassenpflicht nicht zu berücksichtigen.

Sie sind allerdings als Bareingang in der Registrierkasse desjenigen, der den Barbetrag kassiert, einzeln zu erfassen. Werden Belege mittels Registrierkasse ausgestellt, müssen diese den Anforderungen an Registrierkassenbelege entsprechen. Diese durchlaufenden Posten sind als nicht umsatzsteuerrelevant zu kennzeichnen (Erfassung als Null %-Umsatz) und ab 1. Jänner 2017 zu signieren. Buchverkauf wäre z.B. ein durchlaufender Posten.

Müssen Gutscheine im Kassensystem erfasst werden?

Der Verkauf von Wertgutscheinen (Geschenkbons, Geschenkmünzen) zum späteren Bezug von Waren nach freier Wahl oder nicht konkretisierten Dienstleistungen stellt noch keinen steuerbaren Vorgang dar. Es handelt sich hier steuerlich weder um einen Ertrag noch um einen umsatzsteuerpflichtigen Vorgang.

Es handelt sich nicht um einen registrierkassen- und belegerteilungspflichtigen Barumsatz. Allerdings ist die Erfassung derartiger Bareingänge in der Registrierkasse zweckmäßig, weil damit eine lückenlose und sicherheitstechnische Aufzeichnung aller Bareingänge gewährleistet ist. In diesem Fall wird der Gutschein in der Registrierkasse mit Bezeichnung „Bonverkauf“ als Null %-Umsatz behandeln.

Der Wertgutschein ist im Zeitpunkt der Einlösung dann als Barumsatz zu erfassen.

Gutscheine, die Lieferung/Dienstleistungen eindeutig konkretisieren, sind beim Verkauf bereits als Barumsatz anzusehen und daher in der Registrierkasse zu erfassen. Es ist darüber ein Beleg auszustellen (zB Eintrittskarte für eine konkrete Veranstaltung, Fahrscheine).

Zählen Anzahlungen und Teilzahlungen als Barumsatz?

Ja, Anzahlungen, Ratenzahlungen und Restzahlungen sind als Barzahlungen zu sehen und zählen zur Umsatzgrenze (€ 7.500,–).

Auf die Darstellungen besteht keine Gewähr! Genaue Details und die FAQS sind hier zu finden! Solltest du Informationen rund um kostenlose Registrierkassen-Lösungen haben, teile das bitte mit uns im Kommentar!

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Wie gehst du mit der Registrierkassenpflicht um? Wie hältst du von diesem Thema? Teile mit uns deine Meinung in einem Kommentar!

Gute karmische Geschäfte wünscht Brigitte Zahrl

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